Google Adwords künftig ohne Mindestgebote

22.08.2008 – 14:13

Wie GOLEM heute meldet, sollen bei Google Adwords künftig die statischen Mindestgebote wegfallen. Ein interessanter und durchaus überraschender Schritt.

Bis dato ist es so, dass Google beim Anlegen eines Keywords den Quality Score der Landing Page bestimmt und daraufhin einen gewissen Mindest-CPC vorgibt. Dieser kann - je nach Keyword und Qualität der Landing Page - bei wenigen Cent oder auch einigen Euro liegen. Durch den Google MediaBot wird die Landing Page dann immer mal wieder besucht und der Quality Score und damit das Mindestgebot aktualisiert.

In Zukunft will Google - so die GOLEM-Meldung - das Mindestgebot “on the fly” bei jeder Werbe-Einblendung berechnen und dann in jedem Einzelfall entscheiden, ob und auf welchem Platz die Anzeige erscheint. Da es nun ausgesprochen unwahrscheinlich ist, dass Google den Quality Score bei jedem Zugriff in Echtzeit ermittelt (was auch unsinnig wäre, da sich die Landing Pages ja nicht dauernd ändern), dürfte hinter dieser Änderung eine andere Überlegung stehen:

Vieles spricht dafür, dass Google durch die Vorgabe zu hoher Mindestgebote allein aufgrund des Quality Scores die Anzeigenschaltung in manchen Fällen verhindert und sich damit den eigenen Umsatz beschnitten hat. Umgekehrt dürfte es ebenfalls vorgekommen sein, dass man durch die Vorgabe zu geringer Mindestgebote qualitativ fragwürdige Anzeigen “durchgelassen”, die man später - in Ermangelung von Wettbewerb - nicht guten Gewissens ausfiltern konnte.

Insofern ist die Abkehr von statischen Mindestgeboten nur konsequent: Künftig kann Google bei jeder Werbe-Einblendung frei entscheiden, ob eine bestimmte Anzeige durchkommt oder eben nicht. Was das für Adwords-Kunden im Einzelfall bedeutet, bleibt abzuwarten.

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